Cattery Edgewood Dirk


Microsporum Canis

So haben wir die Pilzinfektion (Microsporum Canis) erfolgreich behandelt

Im Frühling des Jahres 2004 zog ein ungebetener Gast in unser Haus ein. „Microsporum Canis“ kam  von einer Ausstellung mit nach Hause. Der Schreck war groß, nun hatte es auch uns erwischt. Zwei unserer Kätzchen hatten am Kopf und an der Pfote Pfennigstückgroße, krustige Flecken. Nachdem die Diagnose fest stand und der erste Schock überwunden war, fing das große Recherchieren an. Erfahrungsberichte von ebenfalls betroffenen Katzenzüchtern wurden studiert, mit dem Tierarzt konferiert und Trost und Zuspruch befreundeter Züchter eingeholt.  Den hatte ich auch nötig. Als erstes wurde eine Ein- und Ausgangssperre für Mensch und Tier verhängt. Die Sporen mussten ja nicht unnötig verbreitet werden.

Nach intensivem Studium der Fakten und Absprache mit unserer Tierärztin,  wurde folgender Behandlungsplan zusammengestellt:

Surolan für die Behandlung der befallenen Hautareale.

MikroTek Spray zum Schutz gegen Ansteckung für unsere äußerlich nicht befallenen Katzen.

Programm“ in doppelter Dosis zur inneren Behandlung aller Katzen (Programm wird normalerweise zur Flohbekämpfung bei Katzen eingesetzt).

Die Behandlung des Pilzes  war zügig von Erfolg gekrönt, die befallenen Areale heilten schnell und problemlos ab.

Der Feind ist aber nicht nur der Pilz auf der Katze. Die Pilzporen, die sich im ganzen Haus verbreiten und nur darauf lauern, wieder zuzuschlagen, lösen den Kreislauf  der Reinfektionen aus und sind damit das größte Problem bei der Behandlung von Microsporum Canis.

Um einen erneuten Ausbruch zu verhindern, wurde die Wäsche mit einem fungiziden Hygienespüler (Canesten, Impresan) gewaschen und alle Katzenutensilien täglich mit Impresan eingesprüht. Das Haus wurde von oben bis unten mit Impresan Hygiene Reiniger geschrubbt. Zusätzlich haben wir noch eine UV-Lampe zur Permanent-Desinfektion der Luft aufgestellt.

Langsam kehrte wieder Ruhe ein. Es gab keine neuen Pilzherde und die Katzen wurden sechs Wochen später alle negativ getestet. Sollten wir noch einmal mit einem blauen Auge davongekommen sein? Argwöhnisch habe ich regelmäßig das Fell meiner vierbeinigen Kinder nach neuen Herden durchsucht, immer ohne Resultat…bis sich unser ungeliebter Gast Anfang August erneut mit einem „Hallo, ich bin noch da!!!“ zurück meldete. Inzwischen hatte sich Nachwuchs in unserem Haus eingestellt, acht Babys wuselten in der Wurfkiste. Kitten sind sehr anfällig und bieten eine ideale Angriffsfläche für Microsporum Canis. Ihr Immunsystem ist noch nicht stabil genug, um eine Pilzinfektion abzuwehren.  Ungünstig hat sich auch das feuchtwarme Wetter ausgewirkt, der perfekte Brutofen für Sporen.

Beinahe von einem Tag zum anderen hatten wir acht kranke Babys. Nach einer kurzen Phase des Selbstmitleids und hadern mit dem Schicksal ging es in die zweite Runde, diesmal sollte Microsporum Canis endgültig besiegt werden!

Richtige Desinfektion bei Microsporum Canis

Bei der Beseitigung der Sporen hatte ich versagt, also musste das der Ansatz für die nächste Attacke gegen den Pilz sein. Wie ich inzwischen vom Hersteller für Canesten Hygienereiniger erfahren habe, sind die auf dem Markt befindlichen üblichen Hygienereiniger wirkungslos bei Sporen von Microsporum Canis. Generell wirken sie fungizid jedoch nicht sporizid. Doch das ist es, worauf es ankommt. Der einzige Reiniger, der wirksam die Sporen von Microsporum Canis beseitigt, ist Clorbleiche. Dieser Reiniger ist aggressiv und nur bedingt oberflächentauglich (mein Parkett würde ich nicht damit reinigen).

Die Sporen sind äußerst widerstandsfähig, können bis zu zwei Jahre überleben und sind für das menschliche Auge unsichtbar. Es ist kaum möglich, ihnen auf mechanischem Wege (putzen) beizukommen. Sie hängen in den Gardinen, an den Wänden, im Sofa, einfach in jeder Ritze des Hauses und warten auf eine günstige Gelegenheit, um sich erneut Zwei- und Vierbeiner als Wirt für eine weitere Infektionsrunde zu suchen.

Im Internet hatte ich viel über die Wirkung von Ozon auf  Mikroorganismen gelesen. Es wirkt  fungizid, sporizid, antibakteriell und viruzid. Zudem ist Ozon  ein Gas und so in der Lage, auch den hintersten Sporenschlupfwinkel zu erreichen. Also das ideale Mittel im Kampf gegen Microsporum Canis Sporen.  Die UV Lampe, die wir uns im Frühling angeschafft hatten, war der richtige Ansatz, doch um die Sporen im ganzen Haus von den Oberflächen und aus der Luft zu eliminieren, waren stärkere Waffen nötig. Der Multiair, konzipiert für die Luftdesinfektion im Dauerbetrieb, wurde gegen ein anderes Modell mit konzentriertem Ausstoß von Ozon zur Luft- und Oberflächendesinfektion getauscht (OZ 1000). Damit konnte ich das Haus nach und nach vom Keller bis in den Dachgiebel desinfizieren. Während der Behandlung müssen Mensch und Tier  den betroffenen Raum verlassen. Anschließend wird gut gelüftet und das Zimmer ist sporenfrei. Anbei sei bemerkt, dass  Gerüche und Hausmilben ebenfalls eliminiert werden, ein durchaus angenehmer Nebeneffekt. Der Preis für dieses Gerät liegt bei ca. 520,- €. Eine Ausgabe, die ich nicht bereut habe. Kein endloses Putzen mehr, keine Waschmaschine im Dauerbetrieb, keinen Einsatz der Chemiekeule und endlich keine Angst mehr, es könnten irgendwo Sporen überlebt haben.

Wenn Sie verschiedene Ozongeneratoren vergleichen möchten, achten Sie bitte auf die Art der Ozonerzeugung. Es gibt zwei verschiedene Methoden, um Ozon zu produzieren. Erstens  mit Hilfe von Corona-Entladung oder elektrischer Entladung (ist das Gleiche, Erzeugung über Keramikplatten ). Diese Geräte sind oft günstig zu erwerben. Bei der Corona-Methode wird neben Ozon auch das giftige Nebenprodukt Stickoxid erzeugt. Diese Generatoren sind für den Zweck der Beseitigung von Microsporum Canis Sporen ungeeignet. Sie würden Sporen gegen Gift tauschen. Die Kleidung kann so auch nicht desinfiziert werden, denn Stickoxide direkt auf der Haut sind nicht gerade gesundheitsfördernd. Bei der zweiten Methode wird Ozon durch die Wirkung von UV-C Licht auf Sauerstoff erzeugt. Hierbei entstehen keine! giftigen Stickoxide. Diese Form der Generierung von Ozon ist nebenproduktfrei und birgt keine gesundheitlichen Gefahren. Die Infos über Ozon, verschiedene Methoden  der Generierung, Pro und Contra der Geräte habe ich mir damals mühsam im Internet zusammen gesucht. Bei meiner Recherche hat mich der OZ 1000 als einziges Gerät überzeugt.

Infos über den OZ 1000 finden Sie auf der Seite:

Medical Ozon

Zeitgemäße Behandlung bei Microsporum Canis

Für die Behandlung der Katze gab es nun  ein neues Medikament, „Sempera Liquid“.  Dieses Medikament stammt aus der Humanmedizin. Der Saft wird in drei Intervallen a’ sieben Tage oral verabreicht, mit jeweils sieben Tagen Pause zwischendurch. Es wird der gesamte Katzenbestand behandelt, egal, ob  mit oder ohne äußerlichen Pilzbefall. Die Behandlung ist  nach 42 Tagen abgeschlossen und die Katze garantiert pilzfrei! Inzwischen ist der Wirkstoff  für den veterinärmedizinischen Bereich zugelassen. Er wird  unter dem Namen „Itrafungol“ angeboten. Zusammensetzung und Behandlungsplan sind identisch.

Die erwachsenen Katzen wurden äußerlich  mit Imaverol-Lösung behandelt. Heute weiß ich, dass es bessere Alternativen gibt. Imaverol ist toxisch und kann chronische Leber- und Nierenschäden verursachen. Die perfekte Alternative gebe ich gerne telefonisch weiter.

Die Babys wurden mit „Terzolin“, einem Antischuppenshampoo mit dem fungiziden und sporiziden Wirkstoff Ketoconazol (ohne Rezept in der Apotheke zu beziehen) gebadet, insgesamt vier Mal mit jeweils vier Tagen Pause zwischen den Bädern. Die vom Pilz betroffene Haut habe ich bei allen Katzen, inklusive Babys, einmal täglich mit Surolan eingerieben. Nach ca. 5 Wochen  waren die befallenen Hautareale wieder mit Fell bedeckt und es traten keine neuen Herde auf.

Impfung bei Microsporum Canis

Inzwischen wurden einige Impfstoffe gegen Pilzinfektionen bei Katzen entwickelt und zugelassen. Diese Impfstoffe sind eine gute Alternative zur Behandlung von Microsporum Canis. Allerdings ist die Impfung sehr teuer und die Wirkung hält nur ca. 9 Monate. In schweren Fällen hat sich die Impfung als gute unterstützende Maßnahme bewährt, die den Abheilungsprozess beschleunigt. Wer nur ein oder zwei Katzen bedient, dem steht mit der Impfung ein weiteres Instrument für die Behandlung von Microsporum Canis zur Verfügung. Für Züchter mit vielen Tieren ist die Impfung allerdings kaum zu bezahlen. Das Rahmenprogramm (Terzolin, Surolan, Desinfektion) muss auch bei geimpften Tieren stattfinden.  Die Impfstoffe werden unter den Namen Insol, Rivac Microderm und Virbagen Microphyt angeboten.

Die ganze Behandlungs-Prozedur war für uns (Mensch, Katzen und Hunde) sehr nervenaufreibend und belastend. Einige Wochen war ich  das meistgehasste Wesen in unserem Haus. Die Babys stoben in alle Richtungen, sobald meine Silhouette am Horizont erschien. Ich musste zwei Wochen lang mit allen Tricks arbeiten und schleimen, bis sie mir die Tortour verziehen hatten und wieder auf das Sofa zum schmusen kamen.

Ich habe sicher alle im Haus befindlichen Sporen vernichtet. Doch es können theoretisch jederzeit neue Sporen von Katzenausstellungen, vom Tierarzt oder einfach von der Strasse eingeschleppt werden. Microsporum Canis ist weit verbreitet und nicht jeder Betroffene handelt so verantwortungsvoll und stellt seine Katzen unter Quarantäne. Da ich auf weitere Erfahrungen mit Microsporum Canis gut verzichten kann, behandle ich in regelmäßigen Abständen Zimmer für Zimmer unseres Hauses mit dem OZ 1000 (ich kann es nicht leugnen, eine leichte Paranoia nach dem Desaster ist wohl verblieben).

Microsporum Canis geistert wie ein Schreckgespenst durch die Katzenzüchterszene. Es wird nur hinter vorgehaltener Hand darüber gewispert und das Eingeständnis, betroffen zu sein, kommt einem Züchter-Selbstmord gleich. Wenn wir bei der Eindämmung von Microsporum Canis erfolgreich sein wollen, muss ein offener Erfahrungsaustausch möglich sein, nur so kann der Pilz effektiv und langfristig dauerhaft bekämpft werden. Leider ist keiner von uns gegen so eine böse Überraschung gefeit. Solange wir Ausstellungen besuchen, Besuch empfangen oder einfach nur das Haus verlassen, können wir Sporen einschleppen.

Es gibt endlich Mittel und Wege, dieser Pilzinfektion den Garaus zu machen. Wir müssen nicht mehr das Haus oder die Wohnung abfackeln um eine sichere Desinfektion zu gewährleisten. Hm, da fällt mir gerade ein... vielleicht litt das alte Rom unter einer Microsporum Canis Epidemie und Nero war  nicht wahnsinnig sondern langfristig vorausschauend ?! Ein neuer Denkansatz für alle Historiker :-).  Heute wird der Teufelskreis der Reinfektionen durch verbliebene Sporen mit Hilfe von Ozon durchbrochen. Dem Monster Microsporum Canis wurden die Zähne gezogen.

Wir hatten inzwischen viele Würfe kerngesunder Babys. Unsere Katzen sind definitiv innerlich und äußerlich pilzfrei und das Thema Microsporum Canis habe ich zu den Akten (Ablage) gelegt. Sollte es uns noch einmal erwischen weiß ich,  was ich zu tun habe. Unschön aber der Schrecken würde sich in Grenzen halten.

Vielleicht trägt mein Erfahrungsbericht dazu bei, Microsporum Canis  das Leben zukünftig etwas schwerer zu machen. Allen Betroffenen wünsche ich gute Besserung und eine schnelle und dauerhafte Genesung. ….Nicht aufgeben!!

Antonia Zugna-Bley

Ich habe in meinem Bericht das Fundament der Microsporum Canis Behandlung beschrieben. Die vielen, vielen "Kleinigkeiten" die zu beachten sind, damit die Therapie zum Erfolg führt, sind jedoch individuell unterschiedlich. Die Erfahrungen, die sich im Laufe von jetzt knapp fünf Jahren intensiven Austausches mit Microsporum Canis betroffenen Menschen angesammelt haben sind so umfangreich, dass sie den Rahmen dieser Veröffentlichung sprengen würden. In einem persönlichen Gespräch lässt sich schnell klären, in wie weit die Therapie modifiziert werden muss. Beispiel: Trächtigkeit, diagnostizierte Leber- oder Nierenschäden, parallel vorhandene Erkrankungen usw. Auch habe ich in den Jahren vermutlich alle Fallstricke kennen gelernt, an denen eine erfolgreiche Behandlung scheitern kann.

Wer Hilfe benötigt kann mich gerne anrufen, Tel.: 04102/806 742, am besten ab 14.00 Uhr.  Bei Problemen mit Microsporum Canis helfe ich an sieben Tagen der Woche.

 

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